Nun ist es Zeit…..

Schon seit Wochen nehme ich mir vor meinen Blog zu starten. Aber – ich kann doch nicht schreiben!!!

Am Wochenende war ich mit einer Freundin an der “Lebenskraft” in Zürich und liess, aus purer Neugierde, eine Fotographie meiner Aura machen, mit dazugehöriger Erklärung natürlich. Und was hör ich da – ich hätte Talent zum schreiben, es sei fast eine meiner Lebensaufgaben es zu machen. Nicht, dass mir das den Glauben in meine diesbezüglichen Fähigkeiten stärken würde, nein, es gab mir nur den definitiven Kick es anzupacken.

Seit 4 Jahren habe ich eine kleine, exklusive Partnervermittlung für Menschen ab 50. Im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich immer wieder erlebt, wie schwer sich Menschen, die plötzlich wieder alleine sind, mit ihrer Situation zurechtfinden. Vor allem Männer, die beruflich erfolgreich, immer Beziehungen angeboten bekamen und privat die Pflege des Beziehungsnetzes der Frau überliessen, zeigen Mühe damit. Ich wurde auch damit konfrontiert, dass viele Partnervermittlungen einfach Adressen vermitteln und gar nicht auf die Biographie, die Persönlichkeit und die Vorstellungen der Interessierten eingehen. Ich glaubte, das besser zu machen und startete mit viel Herzblut mein kleines Unternehmen……..

4 Kommentare zu “Nun ist es Zeit…..

  1. Liebe Verena

    Sicher geht es in Beziehungen immer wieder um unrealistische Erwartungen die gleichzeitig unsere Beziehungsfallen sind. Klären könnte das eine Therapie sicher. Aber man muss es zuallererst selber merken und sich bewusst werden, dass man nur bei sich etwas ändern kann. Vielleicht ändert sich dann aussen auch was. Das von Dir beschriebene Beziehungsmuster ist verbreitet. Man meint aus Liebe zu handeln und erwartet vom Gegenüber dasselbe. Aber, auch wenn Gefühle in einer Beziehung sehr wichtig sind, man sollte sich primär am Verstand orientieren. Sonst passiert es eben, dass man sich verliert, auch die Würde aufgibt um auf eine falsche Art die Beziehung zu stabilisieren. Und der Partner fühlt sich vielleicht mit einer so bedingungslosen Hingabe auch überfordert. Wie Du das schreibst, man muss lernen sich selber zu verwirklichen und sich nicht im Windschatten eines Mannes bewegen. Solche Beziehungsmuster engen gegenseitig nur ein, erzeugen Aggressionen und man entfremdet sich von sich selber und in der Partnerschaft.

    Ich hoffe, dass Du einen bewussten Mann findest mit dem es Du nochmals, und in Nähe sowie Autonomie angehen kannst.

    Herzlich

    Roswitha

  2. Liebe Suchen-und Findende im n2late,

    ich habe mit Interesse die Beiträge gelesen und melde mich als Frau zu Wort.
    Ich möchte Bezug nehmen zur Frage ob Mann oder auch Frau nach einer Scheidung eine Psychotherapie in Anspruch nehmen sollte bevor sie oder er in die Wiederholungsfalle tappt?
    Geht es nicht letztlich darum bewusst zu werden,wo unsere unrealistischen Erwartungen und Hoffnungen zum Scheitern unserer Beziehungen beigetragen haben? Wir nehmen ja unseren Rucksack mit in die nächste Partnerschaft und ziehen unbewusst oft durch Resonanz wieder einen ählnlichen Partner an, mit dem wir die Kollusion, die das Scheitern der ersten Bezihung verursacht hat, wiederholen. Das Scheitern ist vorprogrammiert!
    Für mich war eine Therapie not-wendig…. Mir wurde klar wie meine eingefahrenen Beziehungsmuster die Beziehung zu mir selbst verunmöglichten und folglich zu meinem Partner.
    Mein Fallstrick war, dass ich in meiner ambivalenten Suche nach Nähe und Geborgenheit, der die Angst vor Verlust der eigenen Autonomie entgegenstand, mich mit meinem Partner verstrickt hatte.
    Also suchte ich Ent-wicklung aus der Ver-strickung,um zu erkennen, dass beides möglich ist. Nähe und Geborgenheit, die auch wieder Distanz , Autonomie und das Alleinsein ermöglichten und vice versa. Nicht entweder oder, sowohl als auch.
    Dazu brauchte ich Hilfe.

    Ich habe verstanden und begriffen, dass ich eine Tendenz hatte mich in der Ehe zugunsten meines Mannes die eigene Entwicklung zurückzustellen, was für mich frustrierend und unbefriedigend und krankheitserzeugend war und zusätzlich meinen Partner gefährdete. Dadurch, dass ich auf die eigene Entfaltung verzichtete, hatte ich um so höhere Ansprüche an meinen Partner. Um diesem Selbstverzicht einen Sinn zu geben, sah ich mich in meinem Partner verwirklicht! Der Mann an meiner Seite war zunächst dankbar jemanden zu haben, der ihn unterstützte und förderte und ganz zu ihm hielt. Erst viel später merkte er, dass er sich von seinem wahren Selbst aich entfernt hatte.Er fühlte sich von sich selbst entfremdet, was meinem Selbstverzicht nicht unähnlich war.
    Mein Ausstieg aus dieser Co-Abhägigkeit konnte ich nur Dank einer Therapie bewältigen,sonst wäre ich mit Sicherheit in die nächste Falle geraten!
    Ich denke Therapie ermöglicht eine ganz intime Begegnung mit sich selbst in einem geschützten therapeutischen Rahmen, die dann auch im Aussen auf eine entsprechende Resonanz stossen kann und wird.

    “The world breaks everyone and afterword many are strong at the broken places”
    Ernest Hemingway

  3. Lieber Odysseus
    Endlich. Es scheint doch mutige Männer zu geben die die richtigen Fragen stellen. Also, ich würde gerne aktiver schreiben, aber ohne Resonanz ist es kein Vergnügen. Du hast mich wieder aus der “Versenkung” geholt und ich nehme die Herausforderung an.
    Eines der Hindernisse zu einem anregenden Austausch ist sicher, dass meine Zielgruppe kaum weiss was ein Blog ist. Wie könnte man das ändern?
    Sicherheitsüberlegungen sind vielleicht auch ein Thema. Aber was kann schon passieren? Leserbriefe an Tageszeitungen sind da viel weniger anonym und werden doch geschrieben.
    Dein Eindruck von der hohen Messlatte ist sicher nicht falsch. Aber ich möchte mich von der Masse abheben und suche seriöse Kunden, keine Laufkundschaft die es sich zum Hobby macht Frauen kennen zu lernen. Ich glaube an Stil und Klasse und suche Menschen die das auch haben. Anderes gibt es sonstwo.
    Nun hoffen wir beide das in der Advents- und Weihnachtszeit noch andere Menschen die auf der Suche nach einem wirklichen Partner sind im Internet meine Seite und unseren Blog finden.
    Alles Liebe und Gute
    Roswitha

  4. Habt ihr den Film “VICKY CRISTINA BARCELONA” von Woody Allen gesehen? Da wird effektiv alles mögliche – ohne zu jammern – ausprobiert!

    Ob es dann so ausgeht, wie im n2l–Blog in Aussicht gestellt? Oder ob nur unerfüllte Liebe romantisch sein kann? Diese zweite Frage stellt Woody Allens “Vicky Cristina Barcelona” in einer fröhlichen, unbeschwerten Stimmung eines Sommerurlaubes in Katalunien, untermalt mit attraktiven Frauen, mediterran leuchtenden Farben und spanischen Gitarrenklängen. Ich fühle mich angesprochen, auch in meinem gegenwärtigen Lieblingsthema zum “Zusammenspiel von Leidenschaft und Vernunft in einer Paarbeziehung”.

    Zwei Freundinnen, die Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson), verbringen den Sommer bei Vickys entfernten Verwandten in Barcelona. Vicky ist eine pragmatische, ehrgeizige, ein wenig versnobte junge Frau, die im Anschluss an den Spanienurlaub mit ihrem Verlobten in den sicheren, Hafen einer Establishment – Ehe einlaufen will. Cristina ist hingegen eine provozierende, etwas naiv wirkende Romantikerin, die lieber ihren Gefühlen als purem Sachverstand folgt. Als der Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) in einem Restaurant auf die New Yorkerinnen zugeht, sie in sein Haus in Oviedo einlädt und ihnen ohne Umschweife mitteilt, mit ihnen schlafen zu wollen, ist Vicky entsetzt, während Cristina, einem Flirt nicht abgeneigt, nur darauf gewartet hat, angesprochen zu werden. Juan Antonio entpuppt sich bald als spannender Gastgeber und wahrer Verführer – ein “Latin Lover” – dem auch Vicky nicht lange widersteht. Er spricht immer wieder mit Stolz und Respekt von seiner leidenschaftlichen Beziehung zu Maria Elena (Penélope Cruz), seiner impulsiven Ex – Frau, die angeblich in einer Affekthandlung sogar mit einem Messer auf ihn losgegangen sei.

    Der Film stellt das Gefühlsleben der drei Frauen in den Mittelpunkt, weckt Assoziationen und reizt mich den Faden ein wenig weiter zu spinnen und vielleicht auch andere Meinungen zu hören.

    Maria Elena, eine talentierte und extravagante Künstlerin, verkörpert die mitreissende Leidenschaft. Sie bewegt sich ständig im “roten Bereich” und ist, auf sich alleine gestellt, kaum lebensfähig.

    Vicky, ist sie der Gegenpol zu Maria Elena, d.h. 100% Verstand und null Leidenschaft?
    Nicht ganz! Sie ist auf ihre Art interessiert und stellt sich dem herausfordernden Gespräch nicht nur aus Höflichkeit. Der erfahrene Frauenkenner Juan Antonio durchschaut sie. Er weiss, dass das “Vielleicht” einer Frau auch ein “Ja” ist, wenn er sie nur in eine andere Welt entführt.

    Zur Erinnerung, ein Dialog:
    – JA: we will live well, drink good vine, make love …
    – V : who…, who is actually going to make love?
    – JA: hopefully the three of us …
    – V : look Señor, maybe in a different life!

    Vicky fliegt mit, ist in ihrer Position nicht ganz so kompromisslos wie Maria Elena, interessiert, lern- und lebensfähig, beweglich und allein schon deshalb begehrenswert.

    Und wo steht Cristina? Obwohl nicht älter als Vicky, verfügt Cristina offensichtlich über mehr Erfahrung in ähnlichen Situationen. Oder ist sie nur offener und hat die Einstellung und den Mut, sich das zu holen was sie will?

    Nachdem in Oviedo Vickys Leidenschaft erwacht, entwickelt sich ihre Erwartung “Vernunft und Leidenschaft in Einklang zu leben” zum unlösbaren Problem das unterdrückt werden muss. Sie sperrt und überträgt ihre Leidenschaft stellvertretend auf den aus Kalifornien angereisten Verlobten der, in der ersten Liebesnacht in Barcelona vom Wandel seiner Braut unter der spanischen Sonne, überrascht wird.

    Cristina erlebt in der Zwischenzeit, gemeinsam mit Juan Antonio und Maria Elena, eine Phase grosser Leidenschaft und höchster Kreativität ohne, dass ihr dabei die Vernunft oder gar die Moral in die Quere kommt. Sie staunt zwar über ihre neuen Abenteuer und darüber, was Maria Elena und Juan Antonio ihr alles zumuten. Sie fühlt sich bisweilen als Gast im Gefühlsleben des Künstlerpaares und könnte sich anderseits auch vorstellen in diese exotische Welt auszuwandern. Trotzdem fällt ihr die Trennung scheinbar nicht allzu schwer, als ihr dann alles doch zu viel wird.

    Maria Elena macht der Abbruch der Dreierbeziehung weit mehr zu schaffen. Cristina hat, in ihren Augen, ihre und Juan Antonios “Gastfreundschaft” schamlos ausgenutzt (¡Nos lo ha hecho!). Genau genommen hat aber ihre Beziehung nur noch als Dreierbeziehung funktioniert. Dass es mit Cristinas Gefühlen nicht so weit her war, bestätigt sie später selber mit der glaubwürdigen Aussage, dass sie zurückgestanden wäre, wenn sie rechtzeitig von Vickys Empfinden gegenüber Juan Antonio gewusst hätte.

    Wie geht es weiter?

    Ist der Streifschuss an Vickys Hand symbolisch zu verstehen? Wird die Begegnung in Barcelona bleibende Spuren hinterlassen? Wie lautet die Antwort der drei Frauen auf die eingehend gestellte Fragen? Weibliche Intuition ist gefragt!

    Und Juan Antonio? Ist er der männliche Gegenpol zu Cristina? Ich empfinde ihn temperamentvoller. Er weiss, dass er Maria Elena sehr viel zu verdanken hat! Nicht nur seine Entwicklung als Künstler, sondern auch einen Teil seiner Persönlichkeit und wahrscheinlich auch seinen Erfolg bei den Frauen!

    Die Ausstrahlung die Vicky verführt und Cristina fasziniert, widerspiegelt Maria Elenas Feuer. Viele, so auch Juan Antonios Vater und Vickys ahnungsloser Verlobter, werden direkt oder indirekt davon erfasst. Und die Glut dieses Feuers wird auch nach dem vielleicht baldigen Tod Maria Elenas in Juan Antonio weiter brennen.

    Zeitreise:

    Nehmen wir einmal an, die Geschichte liege einige Jahrzehnte zurück und die Protagonisten seien mehr oder weniger unsere Zeitgenossen. Dann haben sie unterdessen – wie wir – das Alterssegment +/- 60 erreicht. Wie haben sie sich entwickelt? Wo stehen sie heute?

    Cristina: mehrmals geschieden und, weil Amerikanerin, ebenso oft geliftet? Mit fotografieren sich emotional über Wasser haltend? Ob sie vielleicht, wie einige andere, das Gefühl hat, immer wieder an die falschen Männer geraten zu sein?

    Vicky: hübsche Oma, mit dem gleichen Mann in Einklang lebend und manchmal wehmütig an Juan Antonio denkend?

    Maria Elena: Hat sie ihre Krisen, dank Therapien, doch noch überstanden? Etwas gemässigter? Single? Bi? Noch lange berufstätig und auf eigenen Beinen stehend!

    Juan Antonio: immer noch nicht monogam, alleinstehend aber nicht alleine? Verbrauchtes Aussehen? Kann sich immer noch jeden Luxus leisten? Malt – wenn er Lust hat – und ist mit sich und der Welt zufrieden. Fehlt ihm aber nicht doch etwas ganz wesentliches?

    Ich freue mich auf ein Echo

    Odysseus

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