NICHT JAMMERN, AUSPROBIEREN……UND DANN GEHT ES DOCH

Neben all den Hindernissen und Problemen möchte ich heute von den positiven Verläufen meiner Matchingversuche der letzten Wochen berichten. Wenn beim Zusammenführen all die zu berücksichtigenden Faktoren stimmen, sind die Erfolge da. Vor zwei Tagen meldete sich ein neuer Kunde, der am Vorabend “seine” Frau bei einem Nachtessen getroffen hat und war glücklich mit meinem Vorschlag.

Das sei nun die beste Frau die er je getroffen habe und er habe von Anfang an gewusst, bei mir in den rechten Händen zu sein. All seine Dates aus Inseraten, die er selber gemacht hatte, wären mühsam gewesen. Keine der Frauen habe ihn interessiert und auch keine habe ihm gefallen. Er fühle sich als Glückpilz.Er hat auch im Leben sehr viel erreicht. Vielleicht liegt doch einiges beim sich und anderen vertrauen damit man glücklich wird.
Auch die Frau erlebte den Abend als spannend, merkte aber, dass sie doch noch etwas Unterstützung brauche. Es ist nicht ganz einfach, auch wenn man sich sehr mag und sich sehr sympathisch ist, sich auf eine neue Beziehung einzulassen. Aengste, nicht zu genügen, verletzt zu werden, konnte sie selber formulieren. Sie war sich nicht einmal sicher ob er sie, nach seinen schon länger geplanten Ferien im Engadin, überhaupt nochmals anrufen würde. Ich bin mir sicher, da gibt es bald ein happy end, vielleicht noch leicht gecoacht durch mich.

Andere Paare gehen es langsamer an. Zuerst gemeinsame Essen, Kino, Skiweekends. Auch wenn anfangs eher das gemeinsame Unternehmen im Mittelpunkt steht und das Kribbeln im Bauch noch nicht ganz gross durchgebrochen ist, entwickelt sich so auch immer mehr Nähe und Vertrautheit und es werden Zukunftspläne geschmiedet. Jeder erlebt Liebe, Beziehung und Zusammensein anders und hat auch andere Erwartungen oder Möglichkeiten.

Also, alle die ihr das liest und noch unentschlossen seid, meldet Euch und lasst Euch überraschen. I’ts never2late.

3 Kommentare zu “NICHT JAMMERN, AUSPROBIEREN……UND DANN GEHT ES DOCH

  1. Hallo Odysseus

    Da bist du ja wieder. Was für ein Film! Am Schluss sitze ich da und denke: Woody Allen ist auch noch nicht weiter gekommen. Er ist zwar älter als ich, aber der Lösung nicht näher. Vielleicht gibt es gar keine Lösung? Ich denke, was Woody Allen dargestellt hat, sind einfach verschiedene Facetten der Liebe, verschiedene Formen von Beziehung. (Wobei der Begriff Liebe ja ziemlich inflationär gebraucht wird. Liebt man einen Menschen, den man 3 Wochen kennt? Kann man nicht erst von Liebe sprechen, wenn man einen Menschen wirklich kennt, auch seine nicht so glänzenden Seiten, die man auch liebt, weil sie diesen Menschen zu genau der Persönlichkeit werden lassen, die er ist?) Jede der Frauen verkörpert eine dieser Formen, in einer realen Person mischen sich diese, zu unterschiedlichen Verhältnissen. Das kommt ja sehr schön zum Ausdruck, wenn die Beziehung zwischen Juan Antonio und Maria Elena nur funktioniert, wenn Cristina dazu gehört (ich finde übrigens nicht, dass sie die Gastfreundschaft des Paares ausgenutzt hat, im Gegenteil, sie wurde benutzt, um diese Beziehung im Gleichgewicht zu halten). Die beiden würden sich sonst in ihrem Machtkampf zerfleischen (was sie ja auch immer wieder tun). Es ist eine typische Abhängigkeitsbeziehung, sie können nicht ohne einander, aber auch nicht miteinander sein. Sie brauchen einander (um sich in ihrer Kreativität zu beflügeln) und hassen sich gegenseitig dafür. Mit dem Machtkampf will jeder dem anderen beweisen, dass er ihn nicht braucht. Ohne mich wärst du nichts, sagt Maria Elena in einem Streit zu Juan Antonio. Aber auch sie ist ohne ihn nicht (über)lebensfähig.

    Was mir auch noch aufgefallen ist: die beiden reflektieren – im Gegensatz zu den übrigen Personen – praktisch nicht über sich selbst und ihre Beziehungen zu anderen. Sie leben einfach, leben ihre Stärken und Schwächen aus, ohne sich gross zu fragen, ob das jetzt gut ist oder nicht, was für Auswirkungen das haben könnte, auf das eigene Leben, auf das anderer.

    Cristina hat romantische Vorstellungen von der Liebe. Ich glaube, Sehnsucht ist der bestimmende Faktor einer romantischen Liebe. Cristina sehnt sich nach etwas Unbestimmtem, sie sagt ja auch, sie weiss nicht, was sie will, sie weiss nur was sie NICHT will (ein bürgerliches Leben). Und sie macht sich auf sie Suche, ist dabei offen für alles, was ihr auf dem Weg begegnet. Und nachher um eine Erfahrung reicher. Sie fordert nichts, und vielleicht auch darum fordert sie zu wenig heraus. Ich glaube nicht, dass Trennungen ihr nichts ausmachen. Am Anfang des Films, währen der Taxifahrt vom Flughafen, sagt der Kommentator so was wie: sie erholt sich von ihrer letzten Trennung.

    Vicky ist der Typ Frau, die ihr Beziehungsleben plant wie ihre Karriere. Bestimmte Vorgaben (meist materieller Art) müssen erfüllt sein und dann nichts wie los. Netter Mann, schönes Zuhause, nette Kinder etc. Dass auch sie eine romantische Seite hat, wird klar, wenn man ihr Gesicht sieht, wenn sie den Gitarrenklängen lauscht. Sie merkt ja vor allem nach dem Gespräch mit Judy, worauf sie sich zubewegt, dass die Sicherheit und Verlässlichkeit einer Ehe auch ihren Preis hat.

    Juan Antonio ist das männliche Pendant zu Cristina ist. Auch er ist auf der Suche. In seinen Begegnungen mit Frauen sucht er das “missing link”, das Teil, das eine Beziehung zu Maria Elena möglich machen oder überhaupt eine Beziehung möglich machen könnte. Trotz des Überangebots an Frauen sieht er nicht wirklich glücklich aus. Er hat etwas Melancholisches, auch er sehnt sich nach etwas, das er nicht so genau definieren kann. Seine Beziehung zu Maria Elena ist zwar leidenschaftlich, chaotisch und turbulent, aber wirklich NAH sind die beiden sich nicht. Am meisten Nähe empfinde ich seltsamerweise, wenn er mit Vicky zusammen ist, obwohl die beiden so gar nicht zusammen zu passen scheinen.

    Vielleicht ist es ja so, dass man sich für eine dieser Beziehungsarten entscheiden muss, herausfinden muss, was man WIRKLICH braucht: Stabilität oder Aufregung, Nähe oder Distanz, Verbindlichkeit oder Unverbindlichkeit, Chaos oder Klarheit, Kontinuität oder Abwechslung, Erfüllung oder sich Sehnen?

    Du fragst, ob nur unerfüllte Liebe romantisch sein kann. Ich glaube, dass sich auch romantische Liebe nach Erfüllung sehnt. Cristina will zwar kein langweiliges Eheleben, keinen 08/15 Typen an ihrer Seite, aber sie wäre bereit, alles aufzugeben, es wirklich mit einem Mann zu versuchen, sich auf ihn einzulassen.

    Romantische Sehnsüchte haben wahrscheinlich viel mit unerfüllten Bedürfnissen zu tun und der Hoffnung, dass ein Partner einem diese Bedürfnisse erfüllen kann. Was meistens nicht aufgeht. Liebe ist etwas anderes. Sie setzt Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber dem Anderen und den eigenen Gefühlen voraus, Arbeit(so schrecklich das auch klingt) an sich selbst und an der Beziehung, Phantasie, Offenheit und vor allem Kommunikation. Die findet im Film zwar zwischen Frauen statt, nicht aber zwischen Männern und Frauen. Wie also sollen sie sich verstehen???

    Bin sehr gespannt auf weitere Kommentare

    Julia

  2. Habt ihr den Film “VICKY CRISTINA BARCELONA” von Woody Allen gesehen? Da wird effektiv alles mögliche – ohne zu jammern – ausprobiert!

    Ob es dann so ausgeht, wie im n2l–Blog in Aussicht gestellt? Oder ob nur unerfüllte Liebe romantisch sein kann? Diese zweite Frage stellt Woody Allens “Vicky Cristina Barcelona” in einer fröhlichen, unbeschwerten Stimmung eines Sommerurlaubes in Katalunien, untermalt mit attraktiven Frauen, mediterran leuchtenden Farben und spanischen Gitarrenklängen. Ich fühle mich angesprochen, auch in meinem gegenwärtigen Lieblingsthema zum “Zusammenspiel von Leidenschaft und Vernunft in einer Paarbeziehung”.

    Zwei Freundinnen, die Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson), verbringen den Sommer bei Vickys entfernten Verwandten in Barcelona. Vicky ist eine pragmatische, ehrgeizige, ein wenig versnobte junge Frau, die im Anschluss an den Spanienurlaub mit ihrem Verlobten in den sicheren, Hafen einer Establishment – Ehe einlaufen will. Cristina ist hingegen eine provozierende, etwas naiv wirkende Romantikerin, die lieber ihren Gefühlen als purem Sachverstand folgt. Als der Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) in einem Restaurant auf die New Yorkerinnen zugeht, sie in sein Haus in Oviedo einlädt und ihnen ohne Umschweife mitteilt, mit ihnen schlafen zu wollen, ist Vicky entsetzt, während Cristina, einem Flirt nicht abgeneigt, nur darauf gewartet hat, angesprochen zu werden. Juan Antonio entpuppt sich bald als spannender Gastgeber und wahrer Verführer – ein “Latin Lover” – dem auch Vicky nicht lange widersteht. Er spricht immer wieder mit Stolz und Respekt von seiner leidenschaftlichen Beziehung zu Maria Elena (Penélope Cruz), seiner impulsiven Ex – Frau, die angeblich in einer Affekthandlung sogar mit einem Messer auf ihn losgegangen sei.

    Der Film stellt das Gefühlsleben der drei Frauen in den Mittelpunkt, weckt Assoziationen und reizt mich den Faden ein wenig weiter zu spinnen und vielleicht auch andere Meinungen zu hören.

    Maria Elena, eine talentierte und extravagante Künstlerin, verkörpert die mitreissende Leidenschaft. Sie bewegt sich ständig im “roten Bereich” und ist, auf sich alleine gestellt, kaum lebensfähig.

    Vicky, ist sie der Gegenpol zu Maria Elena, d.h. 100% Verstand und null Leidenschaft?
    Nicht ganz! Sie ist auf ihre Art interessiert und stellt sich dem herausfordernden Gespräch nicht nur aus Höflichkeit. Der erfahrene Frauenkenner Juan Antonio durchschaut sie. Er weiss, dass das “Vielleicht” einer Frau auch ein “Ja” ist, wenn er sie nur in eine andere Welt entführt.

    Zur Erinnerung, ein Dialog:
    – JA: we will live well, drink good vine, make love …
    – V : who…, who is actually going to make love?
    – JA: hopefully the three of us …
    – V : look Señor, maybe in a different life!

    Vicky fliegt mit, ist in ihrer Position nicht ganz so kompromisslos wie Maria Elena, interessiert, lern- und lebensfähig, beweglich und allein schon deshalb begehrenswert.

    Und wo steht Cristina? Obwohl nicht älter als Vicky, verfügt Cristina offensichtlich über mehr Erfahrung in ähnlichen Situationen. Oder ist sie nur offener und hat die Einstellung und den Mut, sich das zu holen was sie will?

    Nachdem in Oviedo Vickys Leidenschaft erwacht, entwickelt sich ihre Erwartung “Vernunft und Leidenschaft in Einklang zu leben” zum unlösbaren Problem das unterdrückt werden muss. Sie sperrt und überträgt ihre Leidenschaft stellvertretend auf den aus Kalifornien angereisten Verlobten der, in der ersten Liebesnacht in Barcelona vom Wandel seiner Braut unter der spanischen Sonne, überrascht wird.

    Cristina erlebt in der Zwischenzeit, gemeinsam mit Juan Antonio und Maria Elena, eine Phase grosser Leidenschaft und höchster Kreativität ohne, dass ihr dabei die Vernunft oder gar die Moral in die Quere kommt. Sie staunt zwar über ihre neuen Abenteuer und darüber, was Maria Elena und Juan Antonio ihr alles zumuten. Sie fühlt sich bisweilen als Gast im Gefühlsleben des Künstlerpaares und könnte sich anderseits auch vorstellen in diese exotische Welt auszuwandern. Trotzdem fällt ihr die Trennung scheinbar nicht allzu schwer, als ihr dann alles doch zu viel wird.

    Maria Elena macht der Abbruch der Dreierbeziehung weit mehr zu schaffen. Cristina hat, in ihren Augen, ihre und Juan Antonios “Gastfreundschaft” schamlos ausgenutzt (¡Nos lo ha hecho!). Genau genommen hat aber ihre Beziehung nur noch als Dreierbeziehung funktioniert. Dass es mit Cristinas Gefühlen nicht so weit her war, bestätigt sie später selber mit der glaubwürdigen Aussage, dass sie zurückgestanden wäre, wenn sie rechtzeitig von Vickys Empfinden gegenüber Juan Antonio gewusst hätte.

    Wie geht es weiter?

    Ist der Streifschuss an Vickys Hand symbolisch zu verstehen? Wird die Begegnung in Barcelona bleibende Spuren hinterlassen? Wie lautet die Antwort der drei Frauen auf die eingehend gestellte Fragen? Weibliche Intuition ist gefragt!

    Und Juan Antonio? Ist er der männliche Gegenpol zu Cristina? Ich empfinde ihn temperamentvoller. Er weiss, dass er Maria Elena sehr viel zu verdanken hat! Nicht nur seine Entwicklung als Künstler, sondern auch einen Teil seiner Persönlichkeit und wahrscheinlich auch seinen Erfolg bei den Frauen!

    Die Ausstrahlung die Vicky verführt und Cristina fasziniert, widerspiegelt Maria Elenas Feuer. Viele, so auch Juan Antonios Vater und Vickys ahnungsloser Verlobter, werden direkt oder indirekt davon erfasst. Und die Glut dieses Feuers wird auch nach dem vielleicht baldigen Tod Maria Elenas in Juan Antonio weiter brennen.

    Zeitreise:

    Nehmen wir einmal an, die Geschichte liege einige Jahrzehnte zurück und die Protagonisten seien mehr oder weniger unsere Zeitgenossen. Dann haben sie unterdessen – wie wir – das Alterssegment +/- 60 erreicht. Wie haben sie sich entwickelt? Wo stehen sie heute?

    Cristina: mehrmals geschieden und, weil Amerikanerin, ebenso oft geliftet? Mit fotografieren sich emotional über Wasser haltend? Ob sie vielleicht, wie einige andere, das Gefühl hat, immer wieder an die falschen Männer geraten zu sein?

    Vicky: hübsche Oma, mit dem gleichen Mann in Einklang lebend und manchmal wehmütig an Juan Antonio denkend?

    Maria Elena: Hat sie ihre Krisen, dank Therapien, doch noch überstanden? Etwas gemässigter? Single? Bi? Noch lange berufstätig und auf eigenen Beinen stehend!

    Juan Antonio: immer noch nicht monogam, alleinstehend aber nicht alleine? Verbrauchtes Aussehen? Kann sich immer noch jeden Luxus leisten? Malt – wenn er Lust hat – und ist mit sich und der Welt zufrieden. Fehlt ihm aber nicht doch etwas ganz wesentliches?

    Ich freue mich auf ein Echo

    Odysseus

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